Der Winter ist eine herausfordernde, aber äußerst wertvolle Zeit für das Wildmonitoring. Schnee, reduzierte Vegetation und klare Fährten erleichtern die Erfassung von Wildbewegungen – und ermöglichen präzise Rückschlüsse auf den Wildbestand. Eine verantwortungsvolle Jagdpraxis beginnt mit einem fundierten Überblick über das, was im Revier wirklich lebt.
Dieser Beitrag stellt die effektivsten Methoden zur Wildzählung im Winter vor – von Fährtenanalysen bis Wildkameras – und zeigt, wie die Arbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg dabei unterstützt, Monitoring als festen Bestandteil nachhaltiger Jagdausübung zu etablieren.
1 | Warum Winter? Vorteile der Zählung bei Schnee
1.1 Sichtbarkeit & Spurenlesen
- Schnee konserviert Fährten, Trittsiegel und Losung
- Rückzugsorte sind durch Vegetationsarmut leichter zu erkennen
- Wildwechsel und Tagesruhezonen lassen sich nachvollziehen
„Was im Sommer verborgen bleibt, zeigt sich im Schnee mit erstaunlicher Klarheit.“
2 | Ziele des Winter-Monitorings
- Abschätzung des Populationsbestands (z. B. Rehwild, Schwarzwild, Hase)
- Kontrolle von Wilddichte in gefährdeten Kulturen
- Planung von Abschusszahlen im Folgejahr
- Nachweis von Krankheitsbildern (z. B. Räude, Verletzungen)
- Unterstützung bei forstlichen und landwirtschaftlichen Schutzmaßnahmen
3 | Methoden der Winterzählung im Überblick
| Methode | Beschreibung | Vorteile |
|---|---|---|
| Fährtenzählung | Spuren auf Schneeflächen werden systematisch gezählt | einfache Umsetzung, keine Technik nötig |
| Wildkameras | Bewegungssensoren lösen Fotos/Videos aus | Tag & Nacht aktiv, kaum störend |
| Punktbeobachtung | Sichtzählung an Äsungsplätzen / Schneisen | direkter Kontakt mit Wild, hoher Detailgrad |
| Ausrufzählung (Fuchs, Dachs) | Lautäußerungen in der Nacht provozieren Reaktionen | selektiv, sinnvoll für Raubwild |
| Kotzählung / DNA-Analyse | Losung wird gesammelt und ausgewertet | wissenschaftlich präzise, aber aufwändig |
4 | Anforderungen an gutes Monitoring
4.1 Methodenkombination
Eine Kombination aus Kameras und Fährtenanalyse liefert die besten Ergebnisse – gerade bei variierenden Witterungsverhältnissen.
4.2 Flächendeckung & Wiederholung
Zählung sollte regelmäßig (mehrfach im Winter) und in repräsentativen Teilflächen stattfinden.
4.3 Dokumentation
Daten sollten notiert, verglichen und über Jahre aufbewahrt werden – die Arbeitsgemeinschaft stellt hierfür Vorlagen und digitale Tools zur Verfügung.
5 | Unterstützung durch die Arbeitsgemeinschaft BW
Warum Wildmonitoring gefördert wird:
Die Arbeitsgemeinschaft Baden-Württembergischer Jäger:innen setzt sich aktiv für eine ökologisch verantwortungsvolle Jagdausübung ein. Monitoring liefert die Basis dafür:
✔️ Unterstützung bei Monitoringkonzepten
✔️ Schulungen & Weiterbildungen
✔️ Vorlagen für Erfassungsbögen & Zählraster
✔️ Beratung bei Auffälligkeiten (z. B. Krankheitsverdacht)
✔️ Förderung von Revierprojekten mit Monitoring-Elementen
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6 | Praxisbeispiel: Schwarzwildzählung im Hochwald
„Wir haben im Februar drei Nächte lang mit Kameras und Spurenkartierung gearbeitet. Ergebnis: Deutlich mehr Überläufer als angenommen. Das half uns, die Drückjagd besser zu planen und überhöhte Bestände zu reduzieren.“
— Hegeringleiter aus dem Nordschwarzwald
7 | Monitoring als Argument gegenüber Öffentlichkeit & Behörden
- Datenbasierte Argumentation bei forstlichen Konflikten
- Nachweis nachhaltiger Jagdausübung
- Grundlage für Gespräche mit Naturschutz und Landwirtschaft
- Stärkung des jagdlichen Images
Monitoring macht aus Meinung messbare Realität.
8 | Fazit: Mit Wissen führen – nicht nur jagen
Wer Wildbestand effektiv regulieren will, muss ihn zuerst verstehen. Der Winter ist der ideale Zeitpunkt, um sich diesem Verständnis zu nähern. Mit der richtigen Technik, Methodik und Dokumentation wird Wildmonitoring zum Herzstück moderner Revierführung.
Die Arbeitsgemeinschaft BW begleitet dich dabei – mit Know-how, Materialien und Förderangeboten für deine individuelle Revierstrategie.
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